Der freundliche Blick

 

Der freundliche Blick

 

Ich bin beim Augenoptiker und muss einen kleinen Moment warten, während meine Brille eingestellt wird.

 

Am Nebenplatz sitzt eine Mama mit kleiner Tochter in der Karre und die Omi dazu. Auch sie müssen einen Moment warten. Ich lächle die kleine Lady an und sie schaut interessiert. Da fällt mir ein, dass sie mein Lächeln ja gar nicht sehen kann, denn ich trage ja eine Maske. Ich zwinkere mit den Augen- ihr Blick wird freundlicher, bleibt aber reserviert. Unser Kontakt wird unterbrochen, denn die Mama bietet ihr eine Dose mit Keksen an und fragt sie, ob sie Kekse möchte. Sie nimmt die Dose und beginnt darin rumzukramen und nimmt sich einen Keks, packt ihn wieder rein und sortiert dann den Inhalt. Behält einen Keks in der Hand und ordnet die Restkekse. Sie spricht noch nicht- die Mama fragt, ob sie denn nun einen Keks essen möchte. Sie überlegt und wendet mir ihren Blick noch einmal zu. Ich schaue zurück und sage: „Du möchtest gar keinen Keks essen, du möchtest die Kekse nur sortieren und dir angucken wie schön das dann aussieht, stimmt´s.? Nun kann sie mit meinem Blick und meiner Ansprache mehr anfangen und strahlt mich an.

 

Ich habe mich über ihr Strahlen gefreut und musste daran denken, dass ich vor ein paar Stunden erst über mathematisches Grundverständnis in dieser Altersstufe referiert hatte und hier nun ein lebendiges Beispiel die Theorien bestätigt.

 

Nutzt den freundlichen Blick, auch wenn nur eure Augen blicken und die restliche Gestik und Mimik verborgen bleibt.

 

Ich wünsche euch einen schönen 3. Advent und bleibt schön gesund.

 

Liebe Grüße

 

Sylvia

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Ursula Ulli (Montag, 14 Dezember 2020 10:38)

    Wie schön zu lesen. Du schreibst so, dass man sich das erlebte bildlich vorstellen kann. - Ich hatte auch ein Erlebnis mit einem knapp 2jährigen Jungen. Beim Schlachter, ich stand als Letzte in der langen, gut abstandhaltenden Schlange. An der Kasse stand eine junge Mutter mit dem Kerlchen, sie stellte ihn ab um zu zahlen. "Schön hier bleiben," bat sie ihn, das war der Startschuss jetzt auf Socken einen Fluchtversuch zu starten. Die Tür öffnete sich automatisch, ich erwischte ihn noch am Arm, schließlich geht es da gleich auf die Straße. Bitterböse sah er mich an und fing an zu kreischen. Die Mutter nahm ihn in Empfang und bedankte sich bei mir. Beim rausgehen war er wieder auf ihrem Arm, als ich ihn anlachte, auch mit Maske, hat er sich verlegen grinsend an Mamas Schulter gekuschelt. _ Alles okay!