Warum nur immer 100 % Perfektion

 

Wir kochen mit unseren Freunden regelmäßig in lustiger Runde und verbringen mit schnippeln, würzen und brutzeln fröhliche Abende. Jeder sucht ein schönes Rezept aus und wir geben uns kulinarischen Genüssen hin.

 

 

 

 

Dieses Mal hatten mein Mann und ich uns für eine Gemüsequiche entschieden und so schälten und rollten wir allerlei Gemüsestreifen, damit unser Gericht möglichst genau so aussieht wie das Bild im Rezept. Das war eine Herausforderung und als die Quiche in den Ofen geschoben wurde, waren wir einigermaßen zufrieden- ja, ich nur einigermaßen- mein Perfektionsanspruch fing plötzlich an zu rebellieren und wollte unbedingt der Chef sein.

Es sollte doch so aussehen wie auf dem Bild in der Zeitschrift!!!

 

Alle waren von dem leckeren Essen begeistert und ich reflektierte für mich, dass es meine Perfektion war, die da meinte: sieht aber nicht so aus wie auf dem Bild, lässt sich nicht so gut schneiden, könnte doch besser sein……

Stop- warum nur muss es so perfekt sein?

Es schmeckte köstlich, sah lecker aus und war im Nu weggeputzt.

Später, als ich dann ein Bild unseres Essens sah, war ich ganz begeistert, denn meine Perfektion hatte mich blind gemacht, für die Schönheit und den Anblick in der Auflaufform.

Auch wenn im Außen sicher keiner darauf gekommen wäre, dass ich es hätte besser haben wollen- warum auch- war doch superlecker.

Im Encouraging-Training lernst du so etwas auch:

Halt mal inne und gucke was es Gutes zu sehen gibt.

Gestalte dein Leben mit einem freundlichen Selbstgespräch, auch wenn etwas in dir brüllt:  es muss doch bitte 100 prozentig sein.

Mit anderen bist du vielleicht großzügig- ich zum Beispiel mit meinem Enkel- die Plätzchen schmecken auch, wenn sie nicht alle gleich aussehen….

Euch eine gute Woche

 

Sylvia

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Kommentare: 1
  • #1

    Ursula Ulli (Sonntag, 30 Juni 2019 13:20)

    Also - beim Kochen kann ich das nicht nachempfinden, beim schmecken schon.
    Warum finde ich z. B. buntes Essen, also himmelblaue oder neongrüne Kuchen schrecklich? Eure Quiche ist ja auch bunt - allerdings gesundbunt (cooles Wort).
    Wo bitte ist mein Perfektionismus? In welcher Spalte hockt er? - Bevor ich meinen Mann kannte, vor gefühlten hundert Jahren, fällt mir ein - da war es beim Backen und Kochen auch bei mir so. Kurz nach unserer Eheschließung habe ich beides dann zu Grabe getragen. Damals noch ein junger "Bengel" von 22 Jahren, kippte er auf jedes, von mir liebevoll zubereitetes Essen - MAGGI - jahrelang verweigerte er auch nur eine Kostprobe ohne das Zeug zu nehmen. Also gab ich auf, Backen? Er isst keine süßen Sachen (außer Eis). -
    Mein perfekt sein zu wollen beschränkt sich auf nicht Essbares, wie in etwa alles soll zusammen passen an mir, auch das Haarband und die Spangen müssen farblich mit der Kleidung harmonieren. - Na gut, das ist eher ein Spleen - okay!
    Nobody is perfect - wäre ja auch noch schöner - oder?