Sich Zeit nehmen

 

 „Na, Mama, was hast du den heute so gemacht?“ – irgendetwas stimmt hier nicht. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich immer mal wieder von schlauen Erziehungsratgebern gehört, dass wir unsere Kindern nicht immer fragen sollen wie es in der Schule war. Also frage ich selten und meistens bekomme schon ohne Frage eine Info. Neuerdings, werde ich immer öfter gefragt. Ein bisschen Stille am Tisch und schon geht es los…“Sag mal was, Mama. Was hast du den heute so erlebt?“ Hmm, wollen die wirklich wissen was ich gemacht habe? Wäre ja toll! Spontan muss ich an meine Jugendzeit denken. Man erzählt fleißig und dann fragen die Anderen: „Wo?“ (…ist der Bus mit den Leuten die das wissen wollen) oder „Wer?“(...will das wissen?).Kennst du das noch? J

 

 

Nein, nichts dergleichen kommt – Glück gehabt. Ich könnte mich ja jetzt damit zufrieden geben, aber irgendwie ist das komisch. Dann geht es weiter. „Ist so still hier…erzähl mal was, Mama“

 

Aha, es ist die Ruhe. Klar, wenn ich rund um die Uhr beschallt werde, fällt es wahrscheinlich schwer mal einfach nur zu essen. Wie langweilig! Könnte man doch noch eine Video bei YouTube dabei gucken, oder? Dann ist jedenfalls was los!

 

Sich die Zeit nehmen und nur eine Sache zu machen, fällt den meisten Menschen heutzutage schwer, auch mir geht das so, wenn ich mich genau beobachte. Immer ist etwas zu tun, selten Stillstand. Dabei tut es so gut, wirklich man nichts zu tun, z.B. im Strandkorb sitzen und die Vögel beobachten oder ein Blütenblatt was gerade vom Kirschbaum fällt. Na, ja…ich tue natürlich auch was dabei. Ich gucke…aber ich höre kein Radio dabei, kein Smartphone plärrt, keine Zeitung dabei und keiner sitzen neben mir und redet. Einfach nur sitzen und gucken. Tief einatmen, den Frühling riechen und genießen. Sich Zeit nehmen.

 

Mir gefällt es. Wann hast du dir das letzte Mal „Zeit genommen“ zum nichts tun? Probiere es mal aus!

 

Eine schöne Woche vor Ostern wünscht dir

 

Susanne

 

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